Krankheiten


Nierenkrankheiten

Eine der Hauptaufgaben der Nieren besteht darin, aus dem Blut Abfallprodukte des Stoffwechsels herauszufiltern und mit dem Urin auszuscheiden. Liegt eine Erkrankung oder Schädigung der Nieren vor, so ist ihre Funktion beeinträchtigt. Folglich sammeln sich im Blut Abfallprodukte und verursachen Krankheitssymptome. (Beim Auftreten der klinischen Symptome sind in der Regel bereits der weitaus überwiegende Teil der Nierenzellen geschädigt!)

Eine erkrankte Niere verliert die Fähigkeit, den Urin zu konzentrieren. Das Tier setzt von Tag zu Tag mehr Urin ab und trinkt zum Ausgleich dafür immer mehr Wasser. Dies ist häufig das erste Anzeichen einer Nierenerkrankung. Meist zeigt sich das Fell sehr struppig und wirkt stark fettig.

Ein weiteres Symptom ist immer häufiger werdendes Erbrechen, ohne dass dabei Haarballen ausgewürgt werden, und im fortgeschrittenen Stadium kann man den Urin förmlich aus allen Poren entweichend riechen (auch urinöser Mundgeruch). Schließlich ist eine massive Gewichtsabnahme zu verzeichnen und die Tiere werden im weiteren Verlauf regelrecht apathisch oder weisen andere Verhaltensauffälligkeiten auf (z.B. Aggressivität, Ruhelosigkeit, Ängstlichkeit usw.).

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren:

Die Nierenfunktionsstörung tritt vor allem (aber nicht nur!) bei älteren Katzen auf. Da Wohnungskatzen in der Regel eine höhere Altersstufe erreichen, sind diese stärker gefährdet. Hinzu kommt, dass Wohnungskatzen nicht die ausgewogene “Mäusekost” genießen, sondern oft durch falsche Ernährung (zu viele schlechtverdauliche Eiweiße, z.B. Sojaeiweiß) geradezu prädestiniert für diese Krankheit sind. Beim ersten Verdacht sollte man daher unbedingt den Tierarzt aufsuchen, denn mit einer Nierenfunktionsstörung ist nicht zu spaßen!! (Ich spreche aus Erfahrung, da ich zwei Stubentiger nacheinander hierdurch verloren habe...) Die Krankheit kann nämlich nicht kuriert werden, da sich eine geschädigte Niere nicht wiederherstellen lässt! Im besten Falle kann man für eine Stagnation des Krankheitsverlaufes sorgen, meist lässt sich der Krankheitsverlauf jedoch nur noch verzögern. Daher gilt: Je eher diagnostiziert, desto besser stehen die Chancen.

Die richtige Behandlung kann eine Vielzahl der Symptome unter Kontrolle bringen und verbessert zugleich die Lebensqualität der Katze!

Das Tier muss einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden (Blutwerte - vor allem Kreatinin und Harnstoff, aber auch Phosphor, Natrium, Kalium - geben Auskunft über den Stand der Dinge). Der Tierarzt wird dem Tier eine spezielle Nierendiät verordnen, die den Verlauf der Krankheit verzögert. Diese Diät weist einen reduzierten Gehalt an Protein (Eiweiß) auf, damit die Nieren weniger Abbauprodukte ausscheiden müssen und somit die Krankheitssymptome gemindert werden. Weiterhin wird hier besonders auf hochwertiges Eiweiß, welches die Katze gut abbauen kann (also z.B. kein Sojaeiweiß!) geachtet. Eine salz- und phosphorarme Kost (ebenfalls in der Nierendiät berücksichtigt) beugt weiteren Schädigungen der Niere vor. Absolut wichtig: viel frisches Wasser bereitstellen!!

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Katzenschnupfen

Der Katzenschnupfen ist eine ansteckende Infektionskrankheit, für die mehrere Viren verantwortlich gemacht werden. In den meisten Fällen ist die Erkrankung jedoch auf zwei Erreger zurückzuführen; und zwar auf das Calici- und das Herpes-Virus der Katze. Häufig liegen Mischinfektionen mit beiden Viren vor. Andere Viren, Chlamydien und verschiedene Bakterien können ähnliche, meist harmlosere Erkrankungen hervorrufen.

Die Ansteckung geschieht in der Regel durch direkten Kontakt mit anderen Katzen. Eine indirekte Übertragung über verunreinigte Gegenstände oder die Kleidung des Menschen ist jedoch ebenso möglich! Hieraus ergibt sich, dass die Wohnungstür kein Hindernis für diese Krankheit ist.

Besondere Beachtung verdient die Tatsache, dass neben kranken auch äußerlich gesund erscheinende Tiere den Katzenschnupfen verbreiten. Denn genesene Katzen können über Jahre hinweg Virusträger- und ausscheider sein.

Stressfaktoren, wie z.B. Futterumstellung, Umgebungswechsel und so weiter sind häufig das auslösende Moment für die Erkrankung. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 5 Tagen treten Nießen, Nasenausfluss und Tränenfluss auf, der im weiteren Verlauf eitrig werden kann. Die Tiere bekommen unter Umständen Fieber, werden aphatisch oder verweigern die Futteraufnahme. Bei ungünstigem Verlauf kommen Schleimhautdefekte in der Mundhöhle und Hornhauttrübungen an den Augen (bis hin zur Blindheit), Bronchitis oder Lungenentzündung hinzu. Hier muss auch nach einer möglichen Genesung mit Spätfolgen gerechnet werden. In schweren Fällen kann es innerhalb weniger Tage zum Tode kommen. Dies gilt insbesondere für Infektionen mit bestimmten Calici-Viren.

Zur wirksamen Vorbeugung gegen Erkrankungen dieser Art und hieraus resultierenden Todesfolgen kann nur eine Schutzimpfung dienen! (Zu beachten bei allen Impfungen: Impfungen sollten niemals zwischen die Schulterblätter verabreicht werden, da hier erhöhtes Risiko von Krebsentwicklung besteht! Auch sollten aus gleichem Grunde bei der Verabreichung von mehreren einzelnen Injektionen diese nicht an derselben Stelle gegeben sondern immer auf beide Seitenpartien verteilt werden!)

Auch wenn eine ursächliche Behandlung des aufgetretenen Katzenschnupfen nicht möglich ist, sollte dennoch bei den ersten Symptomen der Tierarzt aufgesucht werden, da bei frühzeitiger Hilfe zumindest der Krankheitsverlauf gemildert werden kann.

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"Katzenkiller" Teebaumöl

Immer häufiger wird Teebaumöl bei Hunden und Katzen als “natürliches Anti-Floh-Mittel” eingesetzt. Doch durch den Gehalt an Terpenen und Phenolen ist das Teebaumöl genau wie andere ätherischen Öle prinzipiell für Katzen toxisch!

Durch die fehlende Fähigkeit zur Verstoffwechselung können sie diese Verbindungen nur sehr langsam ausscheiden. Auch wenn zunächst keine Vergiftungserscheinungen sichtbar sind, sind Langzeitfolgen möglich, denn die Inhaltsstoffe reichern sich im Körper an.

Auch wenn nur wenige Tropfen Teebaumöl zur Flohbekämpfung auf das Fell getropft werden, können die Tiere bei der Fellpflege toxische Mengen aufnehmen. Nicht alle Katzen reagieren gleich, aber die Folgen sind meist typische Symptome der ''Teebaumöl-Vergiftungen'': Zittern, Taumeln, Unruhe und allgemeine Schwäche. Nicht selten endet dies tödlich!

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Hautpilz (Mykose)

Aufgrund der Erfahrungen, die wir anlässlich der Aktion “Birmchen in Not” in Sachen Pilzbefall gemacht haben, möchten wir an dieser Stelle das Thema Hautpilz aufgreifen.

Leider ist z.B. der ““Microsporum canis” (gängigste Pilzinfektion bei Katzen) keine Seltenheit. Vor allem Zuchten, Tierheime oder Pensionen (also generell Mehr- oder Massentierhaltung) stehen in der Gefahr. Und nicht nur die Katze ist gefährdet, sondern auch der Mensch, denn diese Hautpilze können auf den Menschen übertragen werden!

Den Auslöser für diese Erkrankung liefern sogenannte Dermatophyten, die nur in den obersten, toten Schichten der Haut leben. Sie lösen die oberflächlichen Hornschichten auf und nisten sich in Haut, Haaren und Krallen ein.

Eine wesentliche Rolle beim Ausbruch des Hautpilzes spielt das Immunsystem der Katze. Geschwächte, gestresste, trächtige oder säugende Katzen stehen besonders in der Gefahr der Infektion, ebenso wie Jungtiere. Je gesünder und abwehrstärker ein Tier ist, desto geringer sind die zu erwartenden Symptome.

Kommt es zu einer Ansteckung des Menschen, verursachen Dermatophyten meist "nur" einen Hautausschlag, bei immungeschwächten Personen und Kindern kann es aber auch - wie bei den Katzen selbst - zu Organbefall kommen.

Daher ist zu sagen: Es handelt sich hier absolut nicht um eine Kleinigkeit, denn der Hautpilz der Katze heilt im allgemeinen NICHT von selbst aus! Auch wenn die Katze keine sichtbaren Hautveränderungen (mehr) aufweist, trägt sie nach einer Infektion die Sporen (besonders die Langhaarkatze). Unternimmt man nichts gegen diese Sporen, bleibt die potentielle Ansteckungsgefahr für Mensch und Tier. Meist sogar für immer, denn Pilzsporen bleiben jahrelang infektiös!

Auch muss ein Pilzbefall nicht unbedingt äußerlich sichtbar sein, sondern kann ebenso bereits auf die Organe übergegriffen haben! Die Folge hiervon kann z.B. eine schwere Lungenentzündung sein, die zum Tode führen kann (so wie im Falle von Alisha).

Symptome
Das Erscheinungsbild gestaltet sich sehr unterschiedlich. Zunächst einmal wäre da das Symptom des Haarbruches. Rote Ringe, die sich um einen schuppigen Fleck mit abgebrochenen Haaren ziehen, bezeichnet man als “klassiche Ringflechte”. Häufiger jedoch bilden sich einfach kahle Stellen im Fell, besonders an Kopf und Beinen. Die Infektion kann sich jedoch auch auf den ganzen Körper ausbreiten und Entzündungserscheinungen hervorrufen. Es kann (muss aber nicht) zu Juckreiz kommen, ebenso zu brüchigen, verfärbten oder verformten Krallen, oder gar zu einer Krallenbettentzündung.

Wie bereits erwähnt, kann der Pilz aber auch auf die Organe übergreifen und so vielfältige Organerkrankungen hervorrufen, die lebensbedrohlich sein können.

Behandlung
Zunächst einmal muss der Tierarzt feststellen, um welchen Pilz es sich handelt. Manche Pilze sind durch UV-Licht zu erkennen, andere durch mikroskopische Untersuchungen der Haare. Am sichersten ist jedoch, eine Pilzkultur anzulegen. Die benötigt jedoch seine Zeit. Daher wird als Sofortmaßnahme meist ein Antimykotikum eingesetzt, um den Wachstum des Pilzes zu stoppen. Hinzu kommt eine orale Therapie mit dem Wirkstoff Griseofulvin oder Ketokonazol (für Resistenzen, aber mit noch mehr Nebenwirkungen, wie z.B. Appetitverlust oder evtl. Organschädigungen!) über einen längeren Zeitraum - mindestens aber für 6 Wochen!

Bei Krallenbettentzündungen ist eine 5 monatige Therapie erforderlich. Alles nicht so das Gelbe vom Ei!

Seit geraumer Zeit gibt es daneben auch eine hochwirksame (wenn auch etwas kostspielige) Impfung, die gegen sämtliche bekannten Pilzsporen sowohl im Behandlungsfall als auch als vorbeugende Maßnahme einzusetzen ist. Der Impfstoff heißt “INSOL Dermaphyton” (Boehringer) und muss zweimal innerhalb von 14 Tagen verabreicht werden. Der Heilungsprozess befallener Katzen schreitet nach der zweiten Impfung schnell voran und ist nach wenigen Wochen vollständig abgeschlossen. Nach der Impfung sind die Katzen immun gegen den Pilz.

Aber jetzt gibt es eine scheinbar noch viel bessere Lösung als die vorgenannten Behandlungsformen: Die Lösung heißt “PROGRAM” und ist eigentlich ein Flohmittel. Es hat sich mehr durch Zufall herausgestellt, dass es sich auch wunderbar gegen einen Pilzbefall einsetzen lässt und viel einfacher, kurzfristiger und kostengünstiger zum Erfolg führt als die bisherigen Behandlungsmethoden.

Also: Solltet Ihr erste mögliche Anzeichen einer Pilzinfektion bei Eurer Katze feststellen - bitte nicht auf die leichte Schulter nehmen!!! Und am besten ab zum Tierarzt und PROGRAM besorgen!

Der Bundesverband praktischer Tierärzte e.V. teilt folgendes zum Thema Hautpilz mit:
Vorsicht Hautpilze
Fast alle Haus- und Nutztierarten können von Hautpilzen befallen werden. Die mikroskopisch kleinen Organismen siedeln sich im Fell und auf der Haut an und erzeugen Tausende von Pilzsporen, die der Weiterverbreitung dienen. Sowohl durch direkten Kontakt als auch durch Pflegeutensilien, Futtermittel, Decken und andere Gegenstände kann die Erkrankung von Tier zu Tier, vom Tier auf den Menschen und vom Menschen aufs Tier übertragen werden.

Bei erkrankten Tieren finden sich als typische Hautveränderungen kreisrunde haarlose Stellen, hauptsächlich am Kopf, am Hals, in Ohrnähe oder an den Gliedmaßen. Sie sind mit Schuppen oder Borken belegt und zur geschlossenen Felldecke hin mit einem roten, entzündeten Randsaum begrenzt. Teilweise können diese Veränderungen mit deutlichem Juckreiz verbunden sein.

An derart vorgeschädigten Hautstellen haben auch Bakterien leichtes Spiel und können das Krankheitsbild deutlich komplizieren. Darüber hinaus gibt es auch atypische Verlaufsformen, die je nach Tierart, Pilzart und Abwehrlage des Tieres variable Hautveränderungen hervorrufen. Deshalb sollten alle Tiere mit deutlichen Hautveränderungen frühzeitig tierärztlich untersucht werden. Da auch nicht übertragbare Hautkrankheiten vergleichbare Krankheitsbilder zeigen können, ist zur Diagnose in aller Regel eine Laboruntersuchung erforderlich.

Beim Menschen beginnt die Erkrankung mit einem rötlichen, linsengroßen schuppigen und juckenden Fleck, meist an Unterarmen, Beinen oder im Gesicht, der nach außen wächst, während die Mitte abheilt. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, entstehen zahlreiche solcher Herde, die landkartenartig zusammenfließen können. Am behaarten Kopf können rundliche, kahle, grauweiß beschuppte Flecken entstehen.

Zur Behandlung bei Tier und Mensch stehen pilz- und sporenabtötende Salben, Lotionen, Sprühlösungen und Tabletten zur Verfügung. Die Heilung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Vorbeugend sollte auf besondere Hygiene im Umgang mit hauterkrankten Tieren geachtet werden.

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FIP

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine durch das Feline Coronavirus ausgelöste Infektionskrankheit, die ausschließlich Katzen (Felidae) befällt. Der Name leitet sich von der häufigsten klinischen Manifestation, einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) ab. Allerdings kann auch lediglich das Brustfell betroffen sein, weshalb selten auch der Name Feline Infektiöse Polyserositis verwendet wird. Außerdem kann ein Krankheitsbild ohne jede Beteiligung der Serosa (Auskleidung der Körperhöhlen) auftreten. Kommt es einmal zu einer klinischen Manifestation der Erkrankung, endet diese in aller Regel tödlich.

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FeLV - Felines Leukämievirus

Die Leukose zählt zu den weit verbreiteten und leider oft tödlich endenden Infektionskrankheiten unserer Hauskatzen. Der Erreger, das feline Leukosevirus, verursacht eine tumorartige Erkrankung des blutbildenden und lymphatischen Gewebes. Knochenmarksschäden, solide Tumorbildung, Lähmungserscheinungen und Fruchtbarkeitsstörungen prägen das Krankheitsbild. Durch Unterdrückung der körpereigenen Abwehr werden anderen Infektionen Tür und Tor geöffnet.

Die Krankheitsanzeichen sind vielfältig und reichen von Appetitlosigkeit, Abmagerung und Durchfall über Fieber, Entzündungen im Mund- und Rachenraum bis zu Lymphknotenschwellungen, Atembeschwerden und abnormem Verhalten.

Der Virus überlebt bis zu 48 Stunden und wird hauptsächlich über den Speichel infizierter Tiere durch Biß, Belecken oder durch gemeinsame Benutzung von Futterschüsseln übertragen. Katzenwelpen können bereits in der Gebärmutter oder über die Muttermilch angesteckt werden. Problematisch ist, daß ein Teil der infizierten Tiere den Erreger über mehrere Jahre ausscheidet, ohne selbst Symptome der Krankheit zu zeigen. Auf diese Weise kann sich die Infektion unbemerkt ausbreiten.

Katzen mit guter Konstitution können durch die körpereigene Abwehr das Virus bekämpfen. Zeigen sich jedoch deutliche Krankheitssymptome, ist medizinische Hilfe kaum noch möglich. Nur im Frühstadium der Erkrankung kann versucht werden, durch Stärkung des Immunsystems eine Heilung zu erreichen. 

Die Impfung gegen Leukose bietet einen guten Schutz. Vor der Impfung sollte die Katze auf Leukose getestet werden und nur bei einem negativen Ergebnis sollte geimpft werden. Sollte die Katze positiv getestet werden, sollte die Katze nach 16 Wochen noch einmal untersucht werden. Ist sie dann negativ, kann geimpft werden.

Virusträger scheiden den Virus ständig aus und dürfen keinen Kontakt zu anderen Katzen bekommen, um Ansteckungen zu vermeiden.

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