Ernährung


Was das richtige Futter für Katzen angeht, scheiden sich die Geister. Jeder Katzenbesitzer macht eigene Erfahrungen und findet über kurz oder lang selbst heraus, was für seine Katze gut ist und was nicht. Die Ernährungsvorschläge auf dieser Seite basieren auf unseren eigenen Erfahrungen und sind unsere ganz persönliche Meinung und die Marken, die wir nennen, sind unsere persönliche Empfehlung für alle, die ihrer Katze etwas Gutes tun wollen und sich für gesunde Katzenernährung interessieren.

Allgemeines
Allgemein sollte man darauf achten, dass der Katze immer und jederzeit ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung steht. Gerade weil Katzen von Natur aus relativ wenig trinken, zur Gesunderhaltung aber einen ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt dringend benötigen, sollte man ihnen dies so "schmackhaft" wie möglich machen. Der Wassernapf sollte möglichst nicht direkt neben den Futterschälchen stehen, sondern in einiger Entfernung, da Katzen nicht gern dort trinken, wo sie auch fressen. Es empfiehlt sich auch, mehrere Trinknäpfe an verschiedenen Orten in der Wohnung zu verteilen, damit die Katze auch zwischendurch etwas trinkt und nicht nur, wenn sie frisst. Sogar schlechte Trinker nehmen dieses Angebot meist dankbar an und trinken dadurch wieder etwas mehr.

nach oben


Mein Tipp

Viele Katzenhalter haben festgestellt, dass ihre Katzen große flache Trinkschalen vorziehen, aus hohen und kleinen Näpfen dagegen wird nicht so gern getrunken. Dies gilt übrigens oft auch für den Futternapf. Der Grund hierfür ist einfach: Die Schnurrbarthaare der Katze sind sehr empfindsame Tastorgane. Muss die Katze beim Fressen oder Trinken ihren Kopf in einen engen und/oder hohen Napf "zwängen", kann sie das als sehr unangenehm empfinden und sich durch die beidseitige Berührung der Barthaare unwohl fühlen.

Milch ist übrigens kein Getränk, sondern ein Nahrungsmittel! Für Katzen ist Milch allerdings wenig geeignet, da sie die darin enthaltene Laktose (Milchzucker) nicht ausreichend im Darm aufspalten können, was zu Durchfall führen kann. Vergorene Milchprodukte, wie Käse, Joghurt, Quark, enthalten weniger Laktose und werden daher meistens gut vertragen. Katzen, die von Milch keinen Durchfall bekommen, können durchaus ab und zu ein wenig davon zum Naschen kriegen, dasselbe gilt für (Kaffee-)Sahne. Eine gute Alternative ist spezielle Katzenmilch aus dem Zoogeschäft. Sie ist laktosereduziert und schmeckt den meisten Katzen sehr gut. Auch hier sollte man auf Qualität achten, oftmals sind "Molkereinebenerzeugnisse" enthalten. Besser ist reine, laktosereduzierte Vollmilch (z. B. von Gimpet).

Des weiteren versteht es sich eigentlich von selbst, dass sich die Futterstelle nicht direkt neben der Katzentoilette befindet, sondern möglichst weit entfernt von dieser.

Feuchtfutter sollte nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt werden, damit es nicht verdirbt. So gekühlt ist es ca. 2 - 3 Tage haltbar. Man sollte es nicht in der Metalldose bzw. dem Metallschälchen aufbewahren, denn das Metall beginnt zu oxidieren, sobald es mit Luft in Berührung kommt. So können Schadstoffe in das Futter übergehen. Besser ist es, das Futter in eine Frischhaltedose umzufüllen und mit einem passenden Deckel luftdicht abzuschließen. Am besten eignen sich die etwas teureren Dosen (z. B. Tupperware, Emsa) oder auch Behälter aus Glas zur Aufbewahrung, bei Billigwaren kann das Plastik einen schlechten Beigeschmack im Futter hinterlassen.

Vor dem Füttern muss das Futter Zimmertemperatur haben, zu kaltes Futter kann auf Dauer schwere Magenprobleme verursachen. Entweder nimmt man das Futter rechtzeitig aus dem Kühlschrank und lässt es eine Weile "auftauen", oder man stellt es in ein Warmwasserbad, dann erwärmt es sich etwas schneller. Das Aufwärmen in der Mikrowelle o. ä. empfiehlt sich weniger, da das Futter u. U. zu heiß wird, wodurch nicht nur Nährstoffe zerstört werden können, sondern die Katze sich auch verbrennen kann, oder es verliert seine Konsistenz und wird zu matschig oder trocknet ein.

Futter- und Wassernäpfe sollten aus Glas, Keramik, Porzellan oder rostfreiem Edelstahl sein. Diese Materialien sind hygienischer und leichter zu reinigen als Plastiknäpfe. Näpfe aus Plastik können zudem Allergien auslösen. Die Reinigung der Näpfe kann entweder in der Spülmaschine oder per Hand mit heißem Wasser und einem milden Spülmittel erfolgen. Man sollte darauf achten, dass beim Abwasch mit der Hand die Schälchen sehr gründlich mit Heißwasser abgespült werden, damit keine Rückstände auf ihnen verbleiben. Ein sauberer Futternapf bei jeder Mahlzeit sowie die tägliche Reinigung der Wassernäpfe (Algenbildung!) sollte selbstverständlich sein. Wir möchten ja schließlich auch nicht von verkrustetem und verschmiertem Geschirr essen bzw. trinken.

nach oben


Wie viel und wie oft füttern?

Die Futtermengen variieren von Sorte zu Sorte, wobei die Qualität des jeweiligen Futters die entscheidende Rolle spielt. Beispiel Feuchtfutter: Von minderwertigem Supermarktfutter benötigt eine erwachsene Katze mit 4 kg Körpergewicht ("Durchschnittskatze") pro Tag 400 g, um einigermaßen mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt zu werden. Das ist viel zu viel! Keine Katze kann unter normalen Umständen soviel fressen. Von qualitätsvollem, hochwertigem Futter mit hoher Verdaulichkeit (ca. 90 %) braucht die Durchschnittskatze pro Tag lediglich 155 - 170 g, um mit allen essentiellen Nährstoffen versorgt zu werden. Das ist weniger als die Hälfte! Bei Trockenfutter ist die Futtermenge natürlich wesentlich geringer, die kleinste mir bekannte Menge pro Tag und Katze sind gerade mal 40 g, die meisten hochwertigen Sorten liegen zwischen ca. 50 und 70 g pro Tag und Katze (4 kg Körpergewicht).

Die Empfehlung lautet, ausgewachsenen Katzen 2, evtl. 3 Mahlzeiten pro Tag zu füttern: Morgens, evtl. mittags und abends. Das ist optimal, sowohl für das gesamte Verdauungssystem als auch für die Harnwege, da sich der pH-Wert des Urins nach jeder Mahlzeit erhöht. Der kleine "Nachteil" an dieser Variante ist, dass man sich an Fütterungszeiten halten muss, und zwar immer und jederzeit, auch am Wochenende, im Urlaub, bei Krankheit usw. Aber dies ist eben für den gesamten Organismus die gesündeste Fütterungsmethode. Man kann auch bei jeder Mahlzeit das abgemessene Futter hinstellen und die Katze nimmt sich dann von selbst kleine Portionen, bis die Menge aufgebraucht ist.

Ich selbst stelle meinen Katzen morgens und abends eine abgemessene Menge an Trockenfutter sowie zusätzlich eine kleine Portion Feuchtfutter hin, was nicht sofort, sondern innerhalb von 2 - 3 Stunden aufgefressen wird, sie lassen sich etwas Zeit damit.

Es gibt allerdings auch Katzen, deren größte Leidenschaft das Fressen ist, oder aber solche, die eine Neigung zu Übergewicht oder der Bildung von Struvitsteinen haben. Gerade Wohnungskatzen bzw. ältere, kastrierte Tiere haben oft zu wenig Bewegung, wodurch Übergewicht und Struvitsteinbildung natürlich noch begünstigt wird. Bei solchen Katzen sollte man 2 feste Mahlzeiten pro Tag vorziehen, bei denen man dann auch ganz konsequent immer bestimmte Futtermengen gibt, die sofort (und nicht nach und nach) gefressen werden sollten. Hält man keinen konsequenten Fütterungsplan ein, so können diese Katzen über kurz oder lang schwer erkranken, entweder durch das Übergewicht (kaputte Gelenke, Knorpel, Knochen, Bauchspeicheldrüse) oder eben Steinbildung in den Harnwegen.

nach oben


Woran erkennt man "gutes" Futter?

Ganz wichtig ist, dass sich auf der Futterpackung eine exakte Deklaration der Inhaltsstoffe sowie eine "garantierte Analyse" findet. Unter den ersten vier Zutaten sollten hochverdauliche Eiweißlieferanten wie Huhn, Hühnerleber, Lamm oder Truthahn stehen.

Das Futter sollte selbstverständlich frei von künstlichen Aroma-, Farb- und Konservierungsstoffen sein.

Des weiteren sollte die Fütterungsmenge gering sein (s. oben), das deutet auf die hohe Energiedichte und Verdaulichkeit des Futters hin.

Es sollte ebenfalls leicht verdauliche Fette enthalten, wie z. B. Hühner- oder Geflügelfett. Die sog. "tierischen Fette" dagegen sind hart und schwerer verdaulich.

Es kommt auch sehr auf die Formulierung an, es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen "Fleisch- und Fleischnebenerzeugnissen" und "getrocknetem Hühnerfleisch"...

nach oben


Wie führt man eine Futterumstellung durch?

Die Umstellung der Katze auf ein neues Futter ist nicht ganz einfach, mit etwas Geduld klappt es aber ganz gut. Ein großer Fehler ist, der Katze einfach von heute auf morgen neues Futter vor die Nase zu stellen und dann gleich wieder aufzugeben, weil sie es nicht sofort frisst (dies ist übrigens auch eine der beliebtesten Ausreden, um sich die Mühe einer Futterumstellung nicht machen zu müssen).

Und selbst wenn sie es fressen würde, wäre diese Methode nicht richtig. Stellt man eine Katze von schwer verdaulichem auf hochverdauliches Futter von wesentlich besserer Qualität um, so ist dies vor allem für das Verdauungssystem eine große Belastung. Führt man die Umstellung zu schnell durch, so kann es zu Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung kommen.

Man sollte also schrittweise und langsam vorgehen, damit sich der Organismus auf schonende Art und Weise auf das neue Futter einstellen kann. Es gibt Katzen, bei denen dauert die Umstellung nur wenige Tage, besonders heikle Vertreter hingegen können sich schon einmal 2 - 3 Wochen Zeit lassen. Man fängt an, indem man zuerst eine sehr kleine Menge des neuen Futters unter das alte mischt und dann von Tag zu Tag bzw. alle paar Tage diese Menge langsam erhöht, bis die Katze nur noch das neue Futter im Napf hat. Gerade zu Anfang ist Konsequenz sehr wichtig. Man darf sich nicht von großen Kulleraugen erweichen lassen, sondern muss das "Misch-Futter" ganz konsequent stehen lassen. Spätestens wenn der Magen richtig knurrt, fressen die meisten Katzen dann doch.

Aber selbst, wenn die Katze das Futter den ganzen Tag nicht anrührt, darf man nicht schwach werden. Es gibt Exemplare, die sind so hartnäckig, dass sie sogar 2 oder 3 Tage lang gar nichts fressen. Aber auch eine solche "Hungerkur" hört sich zwar brutal an, schadet der Katze aber gesundheitlich nicht und wird gut verkraftet. Das ist allerdings die Ausnahme, die meisten Katzen akzeptieren das neue Futter mit der "Untermisch-Methode" ganz gut, man muss eben nur langsam vorgehen.

nach oben


Leckerlis

Noch kurz ein paar Worte zum Thema Leckereien. Auch hier ist nicht ganz unwichtig, was unsere Stubentiger fressen. Die Auswahl ist hier riesengroß, allerdings sind in den meisten Leckerlis neben viel Zucker (Karamell), der auf Dauer Karies, Probleme mit der Bauchspeicheldrüse und natürlich Übergewicht verursachen kann, ebenfalls Fleisch- oder Molkereinebenerzeugnisse enthalten. Da wir aber von den Naschereien nur sehr wenig und nur "sonntags" füttern (oder etwa nicht?), nehmen die meisten Tiere keinen Schaden. Wenn man jedoch jeden Tag eine Handvoll "Schnurri-Herzen" füttert, darf man sich nicht wundern, wenn die Katze zu fett wird und Zahnprobleme bekommt...

Es geht allerdings auch anders: Leckerlis müssen nicht immer aus einer Fülle von bunten "Bonbons" bestehen, auch ein paar frische Nordseekrabben, Trockenfisch, ein Stückchen Käse oder ein Löffel Joghurt, Quark oder Hüttenkäse werden sehr gern gefressen.

Es gibt auch Produkte, die zwar Fleischnebenerzeugnisse enthalten, aber wenigstens zuckerfrei sind (z. B. Sticklies von Gimpet). Ebenfalls gibt es auch "Bonbons" ohne Zucker, z. B. von Sanal. Auch manche "Käse-Rollis" (z. B. von beaphar) sind zuckerfrei.

Nichtsdestotrotz gilt für alle Leckereien: Immer nur in Maßen!

nach oben


Zurück zur Übersicht